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"Fragen, was die Stadt braucht": Dr. Markus Wintterle baut auf Kreativpotenzial der Bürger

Veröffentlicht am 20.05.2010 in Veranstaltungen

"Die Seele der Stadt gewinnen" - das ist für den ehemaligen Speyerer Stadtbaudirektor und langjährigen Konstanzer Baubürgermeister Volker Fouquet das Entscheidende, wenn es um Stadtentwicklung geht. Zu diesem zentralen kommunalpolitischen Thema hatte am Mittwochabend die Speyerer SPD zu einer Veranstaltung in den Kulturhof eingeladen, zu der - trotz strömenden Regens - zahlreiche Besucher gekommen waren.

Fouquet war während der Amtszeit von Oberbürgermeister Dr. Christian Roßkopf (SPD) maßgeblich am Umbau Speyers zur modernen Mittelstadt von heute beteiligt. Stadtentwicklung sei ein komplexer Prozess, der demokratisch vonstatten gehen, die Bürger einbeziehen müsse. Solch ein Prozess müsse auf Nachhaltigkeit angelegt sein und solch wichtige Punkte wie kurze Wege, in Landschaft eingepasst und die demographische Entwicklung berücksichtigen: "Stadtentwicklung muss von der Stadtspitze organisiert und mit den Menschen gemeinsam umgesetzt werden", weiß Fouquet aus seiner Erfahrung.

Die wenigen und deshalb wertvollen freien Flächen in Speyer dürften nicht globalisierten, von der Stadt losgelösten Investoren alleine überlassen werden, die nach ihrem Investment mit "vagabundierendem Kapital" den Profit einstrichen und dann wieder weg seien - mit deren Hinterlassenschaft die Bürger dann leben müssten. Eine Stadt sei auch keine Firma, die allein nach betriebswirtschaftlichen Prinzipien verwaltet werden könne, die Bürger keine Angestellten.

Innovative Stadtentwicklung bedinge die Einbeziehung junger Architekten und der Hochschulen sowie den ehrlichen Dialog mit der Bürgerschaft. Das "Gedächtnis der Stadt", der Grundriss, müsse dabei stabil bleiben.
Der Stadtplaner wandte sich auch gegen die zunehmende Privatisierung öffentlicher Räume: "Wir müssen wieder ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass die Stadt uns Bürgern und nicht der Verwaltung gehört."

"Für mich ist mitentscheidend, dass es einen Politikwechsel in Speyer geben muss", begann Dr. Christian Roßkopf seine Ausführungen. "Wahrheit entsteht immer nur zu zweit", zitierte er Nietzsche und meinte damit, dass endlich Schluss sein müsse mit der "Hinterzimmerpolitik" der derzeitigen Stadtregierung. Stadtentwicklung sei ein Prozess, bei der die Bürger gemeinsam mit der Stadtspitze die Stadt entwickelten, keine Aufgabe für einen Beamten. Da seien der Oberbürgermeister und ein kompetenter Stadtplaner gefordert. Es bedeute auch viele ergebnisoffene Bürgerversammlungen und viele, teilweise anstrengende Diskussionen über die besten Lösungen.

Stadtentwicklung privaten Investoren zu überlassen sei eine Verfälschung der Aufgabe einer Stadt - die müsse selbst planen und gestalten. Stadtentwicklung sei auch nicht Stadtmarketing, so der Ex-Oberbürgermeister. "Stadtentwicklung ist Chefsache, und dazu braucht er einen Stadtbaudirektor, wie das Beispiel Erlus zeigt". Für den SPD-Oberbürgermeisterkandidaten Dr. Markus Wintterle sei es Aufgabe eines OB, anzustoßen, den Entscheidungsprozess zu moderieren, aber auch zu entscheiden. Er werde dazu auch auf das Kreativpotenzial der Bürger bauen: „Um die Seele der Stadt zu finden brauche ich die Menschen", drückte er es aus. "In den Jahren meiner Ratstätigkeit habe ich nur erlebt, dass Investoren etwas geplant und gebaut haben, wurde getan, wie die brauchten und nicht danach gefragt, was die Stadt braucht."

Stadtentwicklung bedeute für ihn auch Stärkung der Stadtteile und Winterle wiederholte erneut seine Forderung nach weiteren Bürgerbüros. Es müsse auch bei der Planung eine Zusammenarbeit mit dem Umland geben, denn Speyer sei keine Insel.

Sein Ziel sei es, eine solidarische Stadt mit unterschiedlichen Quartieren und hoher Lebensqualität für alle Bürger zu schaffen.
In der anschließenden regen Diskussion nahm das Thema Nutzung öffentlicher Räume breiten Raum ein.