
Die öffentliche Darstellung der Sitzung des städtischen Konsolidierungsstabs durch Stadtrat und OB-Kandidat Mike Oehlmann in den sozialen Medien gibt den Verlauf der Beratungen nur unvollständig und verkürzt wieder.
Der Eindruck, im Konsolidierungsstab habe der Schwerpunkt ausschließlich auf neuen Steuern und Abgaben gelegen oder wirtschaftliche Entwicklung sei nicht ernsthaft Thema gewesen, entspricht nicht dem Verlauf der Sitzung.
Tatsächlich stand die Sitzung im Zeichen einer umfassenden Bestandsaufnahme der finanziellen Lage der Stadt sowie der strukturellen Herausforderungen im städtischen Haushalt. Dazu gehörten insbesondere die Entwicklung von Pflichtaufgaben, die Analyse von Einsparpotenzialen, Fragen der Verwaltungsmodernisierung, Investitionssteuerung, Digitalisierung sowie die Sicherung der kommunalen Handlungsfähigkeit.
Auch wirtschaftliche Themen waren ausdrücklich Teil der Beratung. Fragen der Wirtschaftsförderung, der Ansiedlung von Unternehmen, der Entwicklung der Gewerbesteuer sowie der Unterstützung regionaler Betriebe wurden nicht nur angesprochen, sondern als zentrale Arbeitsfelder der weiteren Beratungen festgelegt.
Die im Facebook-Beitrag genannten möglichen Steuerinstrumente wie Bettensteuer oder Verpackungssteuer sind zudem kein einseitiger Vorschlag der Stadtverwaltung. Sie sind vielmehr Teil eines breiteren Prüfkatalogs, der aus politischen Anträgen und laufenden Konsolidierungsaufträgen des Stadtrats hervorgegangen ist, unter anderem auch auf Initiative von CDU und Grünen. Die Verwaltung hat hierzu ausdrücklich klargestellt, dass keine pauschale Belastung der Bürgerinnen und Bürger beabsichtigt ist, sondern alle Maßnahmen hinsichtlich Wirkung, Aufwand und Alternativen geprüft werden müssen.
Vor diesem Hintergrund ist festzuhalten: Wer aus einer solchen Sitzung das Fazit zieht, es sei nicht ernsthaft über wirtschaftliche Entwicklung gesprochen worden, oder die Sitzung auf wenige Stichworte zu Steuerfragen reduziert, hat entweder den Charakter und Zweck des Konsolidierungsstabs nicht verstanden oder nimmt bewusst eine politisch zugespitzte Verkürzung vor.
Gerade weil es sich um einen komplexen und ergebnisoffenen Prozess handelt, ist eine vollständige und korrekte Wiedergabe der Inhalte notwendig. Die selektive Darstellung einzelner Punkte für Wahlkampfzwecke wird der Ernsthaftigkeit der Beratungen nicht gerecht.
Der Konsolidierungsstab ist ein gemeinsames Arbeitsgremium von Stadtrat und Stadtverwaltung, das eingesetzt wurde, um die finanzielle Situation der Stadt Speyer strukturiert zu analysieren und Vorschläge für eine langfristig tragfähige Haushaltsentwicklung zu erarbeiten. Ziel der Sitzung war es insbesondere, die Arbeitsweise, Themenblöcke und den weiteren Ablauf der Beratungen festzulegen. Weitere Sitzungen sind vorgesehen, in denen die einzelnen Themenbereiche vertieft behandelt werden.
Unser gemeinsames Ziel bleibt eine nachhaltige und verantwortungsvolle Haushaltskonsolidierung, die wirtschaftliche Entwicklung stärkt, soziale Angebote schützt und die Bürgerinnen und Bürger nicht einseitig belastet.