"Ohne das Land geht bei Bildung so gut wie nichts", sagte der SPD Oberbürgermeisterkandidat Dr. Markus Wintterle gestern bei einer Veranstaltung zum Thema Schule und Bildung im Martin-Luther-King-Haus, zu der er die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen eingeladen hatte.
Er dankte der Ministerin dafür, dass sie es auf seine Initiative hin ermöglicht habe, an der Burgfeldschule ein ganztagsähnliches Angebot zu ermöglichen und somit den Fortbestand der Schule für Speyer-West zu sichern. "Bei der Bildung müssen wir alle mitnehmen, auch diejenigen, die nicht so gut betucht sind", so einer der Kernsätze Wintterles.
Ahnen untermauerte diese Aussage: "Wir wollen ein leistungsfähiges, aber sozial gerechtes Bildungssystem", denn Chancengleichheit sei die Voraussetzung für erfolgreiche Bildungspolitik, wie die Pisa-Studien zeigten. Rheinland-Pfalz habe in diesem Bereich einiges an bundesweit richtungweisenden Projekten aufzuweisen wie beispielsweise freie Kindergartenplätze ab dem zweiten Lebensjahr oder die etwa 500 Ganztagsschulen, Vorbild für andere Bundesländer.
Bildungsangebote seien ein entscheidender Standortvorteil, und dies werde noch an Bedeutung zunehmen, war sich die Ministerin sicher. Die Bevölkerungsentwicklung führe dazu, dass immer weniger junge Menschen die Lasten tragen müssten und da könne man es sich nicht leisten, Kindern nicht die optimale Förderung und Bildung angedeihen zu lassen, denn alle würden gebraucht.
Ahnen kritisierte die Steuersenkungspläne von CDU und FDP, denn die führten zu noch weniger Geld für Länder und Kommunen. Der Vorschlag des CDU-Ministerpräsidenten Koch, bei der Bildung zu kürzen zeige, wo bei den Konservativen zuerst gespart werde.
"Niemand wird in unserem Land aus materiellen Gründen von Bildung ausgeschlossen", verdeutlichte die Ministerin und fügte hinzu, dass es deshalb auch keine Studiengebühren gebe.
In der anschließenden regen Diskussion ging es um die Schulsozialarbeit oder auch Wintterles Idee, ein Kompetenzzentrum zu errichten. Die derzeitig ablehnende Haltung gegenüber einem Wirtschaftsgymnasium in Speyer begründete Ahnen damit, dass mit dieser Schulart der Süden des Landes besser ausgestattet sei als der Norden. Außerdem könne Speyer ja weitere Anträge stellen.
Die bildungspolitische Sprecherin der Speyerer SPD, Stefanie Seiler, hatte bei ihrer Begrüßung darauf hingewiesen, dass die derzeitige Stadtregierung erst dann einen Schulentwicklungsplan erarbeitet habe, als dies vom Land zwingend vorgeschrieben worden sei.