Weniger Geld, dafür mehr Herz, brächten die Speyerer Sozialdemokraten in den Wahlkampf ein, so Ministerpräsident Kurt Beck bei seinem Besuch am Samstag in der Domstadt. Der Landesvater unterstützt den Speyerer OB-Kandidaten der SPD, Dr. Markus Wintterle und lässt dabei keinen Zweifel aufkommen, dass er und Wintterle - trotz unterschiedlicher Auffassungen in der Frage des Flugplatzausbaus - ein hervorragendes Verhältnis zueinander haben.
Großes Hallo, als Beck um 10.30 Uhr am Altpörtel auftaucht und dabei eine gute Figur macht, denn er hat sichtlich abgespeckt. Nach einer kurzen Kundgebung machen sich Beck und Wintterle auf dem Weg durch die Maximilianstraße Richtung Domgarten, denn dort feiert die SPD ein Familienfest.
Allerdings dauerte die Spaziergang deutlich länger als geplant, denn der Ministerpräsident und der OB-Kandidat mussten auf ihrem Weg viele Hände schütteln und Beck erfüllt zahlreiche Autogrammwünsche.
Mit den Menschen ins direkte Gespräch kommen, die Themen wieder auf der Straße diskutieren und nicht in Hinterzimmern, so stelle er sich Bürgernähe vor, verdeutlichte Wintterle auf der Bühne untern Heidentürmchen sein Politikverständnis: "Ich werde mich als Oberbürgermeister schonungslos jeder öffentlichen Diskussion stellen." Er mache seit sechs Jahren als Fraktionsvorsitzender in Speyer Kommunalpolitik und er werde als Oberbürgermeister seiner Linie treu bleiben, stets die beste Entscheidung für Speyer zu treffen, gute Vorschläge aufzugreifen ungeachtet von welcher Partei sie kämen.
Er brauche als Oberbürgermeister den Sachverstand aller Bürger, um die Probleme in deren Sinn zu lösen. Der Tag sei auch viel zu schön, um über Nebenkriegsschauplätze wie Plakate oder die städtische Pressestelle zu reden - er wolle lieber sachlich bleiben.
"Speyer lebt von der Gemeinsamkeit, die Markus Wintterle repräsentiert", ging Beck auf die Ausführungen seines Parteifreundes ein. Er sei ein überzeugter Sozialdemokrat mit Herz und eigener Meinung, der zupacken könne.
Auch auf die aktuellen Vorgänge in Berlin ging der Ministerpräsident ein. Schwarz-Gelb zeige das wahres, unsoziale Gesicht. Scharf kritisierte er die Vorgänge nach dem Rücktritt des Bundespräsidenten: "Die Bundeskanzlerin hat ihre Ministerin Ursula Von der Leyen an die Wand fahren lassen - wenn ich so etwas mit einen meiner Minister machen sollte dann müssen sie mich davonjagen", so Beck unmissverständlich.
Die SPD habe Merkel nicht nur Gauck sondern auch den ehemaligen CDU-Umweltminister Klaus Töpfer als gemeinsamen Kandidaten vorgeschlagen, aber diese habe mit Wulf eine rein parteitaktische Wahl getroffen.
"Ich habe heute den ganzen Tag mit Menschen gesprochen, das war großartig", zog ein sichtlich erschöpfter aber zufriedener Markus Wintterle am Abend Bilanz.