"Gemeinschaft der Generationen" trägt Bedürfnissen von Familien Rechnung
Leserbrief von Walter Feiniler auf speyer-aktuell
"Als Besucher dieser Veranstaltung und Ratsmitglied möchte ich mich zuerst einmal bei dem Verein "unter einem Dach" und allen voran bei der Vorsitzenden Inge Bebber bedanken, die die Zielrichtungen des Vereines voll Schwung und Elan vorgestellt und den Zuhörern näher gebracht hat. Menschen in unterschiedlichen Alters- und Lebensphasen wohnen und leben miteinander in selbstbestimmter sozial verantwortlicher und verbindlicher Nachbarschaft.
Die Wohnungen sollen in verschiedenen Größen seniorengerecht, das heißt vor allem barrierefrei gebaut werden. Ebenso sollte den Bedürfnissen von Familien und Kindern Rechnung getragen werden. Die Mitglieder der Gemeinschaft sollen selbst bestimmen, welche Formen das gemeinschaftliche Leben annehmen soll. Die Vorstellungen jedes Einzelnen hinsichtlich Nähe oder Distanz, Gemeinsamem oder Privatem sollen respektiert werden Viele Kommunen in Rheinland-Pfalz sind uns in diesem Bereich schon weit voraus. Für uns als SPD ist dieses daher kein neues Thema mehr. Bereits vor dem Kommunalwahlkampf 2009 haben wir gesagt, es muss möglich sein, neue Wege zu gehen und ein gemeinsames Zusammenleben durch Mehrgenerationen-Wohnen zu ermöglichen. Hier dürfen wir allerdings auch nicht vergessen, dass insbesondere Jugendliche Freiräume bei der Entwicklung hin zu eigenverantwortlich handelnden Menschen benötigen.
Deshalb begrüßen wir dieses Projekt außerordentlich. Es wäre ein Meilenstein in der Wohnungsbaupolitik hier in der Stadt. Ein paar kleine Detailfragen stehen allerdings hier auch noch auf dem Prüfstand.
Der Geschäftsführer der GEWO hat dieses Projekt vorgestellt. Allerdings war ich als Ratsmitglied doch sehr erstaunt wie weit dieses Projekt schon fortgeschritten ist. Immerhin soll ein Wohnungs-Bezug in 2012 stattfinden.
Nach Rücksprache mit den Aufsichtsratmitgliedern der SPD-Fraktion wurde mir dann allerdings bestätigt, dass über dieses Thema im Aufsichtsrat der GEWO dieses Jahr noch kein einziges Mal gesprochen wurde.
Über diese Vorgehensweise bin ich doch sehr erstaunt, da doch die politischen Gremien dieses eigentlich ausführlich diskutieren und gemeinsam entscheiden und beschließen sollten. Gewiss ist dieses kein neues Thema, eine Information seitens der GEWO an die politischen Gremien hätte hier aber stattfinden sollen und müssen.
Dem ist leider nicht so. Wenn dieses die vielversprochene Offenheit und Transparenz sein soll, die uns im Kommunalwahlkampf und dem OB-Wahlkampf versprochen wurde, so läuft hier meines Erachtens wieder einmal etwas aus dem Ruder. Anscheinend ist man wieder einmal mehr der Meinung, dass man aufgrund der bestehenden Mehrheiten, es nicht mehr für nötig empfindet, die entsprechenden Gremien zu unterrichten. Man kann es ja dann nach eigenem Gusto "durchwinken". Ich bin dieses als Aufsichtsratmitglied der GBS eben anders gewohnt - hier wird immer mit offenen Karten gespielt und es finden keine Alleingänge ohne Unterrichtung des Aufsichtsrates statt.
Als Ratsmitglied bin ich jedoch gewählt, um zu diskutieren und mitzuentscheiden. Meine Aufgabe sehe ich nicht im bloßen Abnicken und die-Hand-heben bei politischen Entscheidungen."